Sehr geehrter Herr Landrat, lieber Stefan,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

es geht um den Entwurf eines Anforderungsprofils als fachliche Grundlage für die Fortschreibung des regionalen Nahverkehrsplans im Verkehrsverbund Region Trier (VRT). Um mehr nicht….

Wir, der Kreistag, soll dem Anforderungsprofil zustimmen. Damit werden gemeinsame Ziele, Qualitätsstandards und Mindestanforderungen für das ÖPNV-Grundangebot festgelegt. Das vollständige Nahverkehrsplanverfahren mit Schwachstellenanalysen, Angebotskonzept sowie Beteiligungs- und Anhörungsverfahren folgt später; es wird mit dieser Vorlage nicht beschlossen.

Erst dann spielt die Musik, nicht heute!

Vorangegangen sind Beratungen im ÖPNV-Ausschuss am 08.09. und im Kreisausschuss am 28.09. Beide fassten einstimmige Empfehlungsbeschlüsse. Ein Beschluss der Verbandsversammlung des ZV VRT vom 25.03. beauftragte die Wiederaufnahme der Arbeiten.

Im ländlichen Raum gibt es Herausforderungen wie sinkende Einwohnerzahlen, die die Wirtschaftlichkeit des ÖPNV beeinträchtigen. Zudem führt eine alternde Bevölkerung zu einem höheren Bedarf an Mobilität, während gleichzeitig die Daseinsvorsorge, wie Einkaufsmöglichkeiten, schwindet. Auch steigende Kosten für den Betrieb und Fachkräftemangel erschweren die Bereitstellung eines zuverlässigen ÖPNV-Angebots.

Zur Verbesserung der Mobilitätschancen im Gebiet des VRT wurden ein angebotsorientiertes, teilweise bedarfsgesteuertes Verkehrsangebot eingeführt und die Qualitätsstandards sowie Mindestanforderungen harmonisiert.

Zudem wurde die Erarbeitung regionaler und lokaler Nahverkehrspläne zügig vorangetrieben. Diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, die Nutzung des ÖPNV zu steigern und die Mobilität der Bevölkerung zu erhöhen.

Neudeutsch – On Demand-Verkehre also Rufbusse sollten in ländlichen Gebieten und in Zeiten mit schwacher, unregelmäßiger Nachfrage und wo eine bedarfsgesteuerte Beförderung erforderlich ist, vermehrt eingesetzt werden, um die Mobilität der Bevölkerung zu gewährleisten. Sie sind besonders sinnvoll als Zubringer zu regulären Buslinien, um die Anbindung an das Gesamtnetz zu verbessern.

Bisher fehlen eine Analyse und Feststellung wie viele Einwohner und Orte nicht am ÖPNV direkt angeschlossen sind. Weiterhin fehlen flächendeckende gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit an Haltestellen und im Fahrzeugangebot, um den Zugang für alle Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten.

Zudem sind umfassende Schwachstellenanalysen und deren Umsetzung in konkrete Angebotskonzepte notwendig, um bestehende Defizite im ÖPNV zu identifizieren und zu beheben. Auch die Anpassung an höhere Standards, wie die Ausstattung von Fahrzeugen mit modernen Technologien, könnte weiter vorangetrieben werden.

Bisher waren alle Player auf der Spielwiese ÖPNV beteiligt: Kreistag, Kreisausschuss, Ausschuss für den öffentlichen Personennahverkehr, Kreisverwaltung Trier-Saarburg, Geschäftsstelle des ZV VRT sowie die Verwaltungen der Aufgabenträger. In die Erarbeitung des früheren ÖPNV-Konzepts waren außerdem die Kreise, die Stadt Trier, der SPNV-Nord, das Land und die Verkehrsverbünde VRT und VRM eingebunden.

Wir treffen somit eine rein technische Entscheidung bzgl. eines Grundangebots.

Bei einem derartigen Haushaltsdefizit stellt sich die wesentliche Grundsatzfrage, was ist für den Kunden am wichtigsten; sicherlich eine gut getaktete Verbindung mit Übergang zum Schnellbus, zwecks Minimierung der Fahrtzeit. Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Wenn Busse und Bahnen nicht verlässlich kommen, verliert das System an Attraktivität. Taktung & Frequenz, Netzabdeckung & Erreichbarkeit, Bezahlbarkeit, Einfacher Zugang (Ticketing), Sauberkeit & Sicherheit, Barrierefreiheit, Moderne Fahrgastinformation (Echtzeitdaten auf Anzeigetafeln und Apps), Nachhaltigkeit

Um Kostenexplosionen zu verhindern, sollte stets eine Kosten- und Nutzenanalyse als Entscheidungsgrundlage erstellt werden.

Manches bleibt „nice to have“, nicht zwingend erforderlich.

Die SPD-Fraktion stimmt dem Beschlussvorschlag zu.